Redaktion MietKlar · Geprüft am 16. April 2026
Belegeinsicht nur bei der Verwaltung?
Kurzantwort
Der Vermieter darf die Belegeinsicht grundsätzlich am Ort der Unterlagen anbieten, also in der Regel in den Räumen der Hausverwaltung. Mieter müssen dies akzeptieren, solange der Ort zumutbar erreichbar ist. Bei unzumutbarer Entfernung kann der Mieter verlangen, dass Kopien zugesandt werden.
Erklärung
Das Einsichtsrecht ergibt sich aus § 259 BGB in Verbindung mit dem Abrechnungsverhältnis. Wo die Einsicht stattfindet, richtet sich nach der Rechtsprechung des BGH: Der Vermieter muss die Unterlagen dort zur Einsicht bereitstellen, wo sie sich üblicherweise befinden. Das ist bei verwalteten Objekten häufig das Büro der Hausverwaltung. Befindet sich die Verwaltung in derselben Stadt wie die Mietwohnung, ist der Ort in der Regel zumutbar. Liegt die Hausverwaltung dagegen in einer anderen Stadt oder ist sie ohne erheblichen Aufwand nicht erreichbar, hat der BGH entschieden, dass der Vermieter Kopien auf eigene Kosten zusenden muss (BGH, VIII ZR 78/05). Ob ein Mieter die Einsicht alternativ beim Vermieter selbst verlangen kann, hängt davon ab, wo die Belege tatsächlich aufbewahrt werden – der Ort der Belegeinsicht richtet sich nach dem Recht auf Belegeinsicht bei der Nebenkostenabrechnung.
Was Mieter tun können
- Akzeptieren Sie die Einsicht bei der Hausverwaltung, wenn diese in zumutbarer Entfernung liegt.
- Ist die Verwaltung schwer erreichbar, fordern Sie den Vermieter schriftlich auf, Ihnen Kopien der relevanten Belege zuzusenden.
- Vereinbaren Sie einen konkreten Termin und bestätigen Sie ihn schriftlich, damit die Einsicht dokumentiert ist.
- Wird die Einsicht ohne sachlichen Grund verweigert oder unnötig verzögert, können Mieter die Nachzahlung bis zur Gewährung der Einsicht zurückhalten.
Fazit
Die Belegeinsicht bei der Hausverwaltung ist zulässig, solange der Ort zumutbar ist. Bei unzumutbarer Entfernung haben Mieter Anspruch auf Zusendung der Belege.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine rechtliche Beratung. Bei konkreten Streitfällen wenden Sie sich bitte an einen Mieterverein oder einen Fachanwalt für Mietrecht.
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