Redaktion InkassoKlar · Geprüft am 21. Juli 2026
Schufa-Eintrag bei strittiger Forderung?
Kurzantwort
Ein Schufa-Eintrag bei einer strittigen Forderung ist unzulässig. Hat der Schuldner die Forderung gegenüber dem Gläubiger oder dem Inkassounternehmen bestritten, darf keine Meldung an die Schufa erfolgen. Die Rechtmäßigkeit einer Meldung richtet sich nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO – eine bestrittene, nicht titulierte Forderung stellt keine belastbare Bonitätsinformation dar (BGH, 12.5.2026 – VI ZR 375/24). Erfolgt trotzdem ein Eintrag, kann die Löschung verlangt werden.
Warum ein Widerspruch den Eintrag verhindert
Damit ein Inkassounternehmen Negativdaten an die Schufa übermitteln darf, muss die Forderung unbestritten oder rechtskräftig tituliert sein und eine belastbare Aussage über die Zahlungsfähigkeit ermöglichen (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO). Ein schriftlicher Widerspruch des Schuldners macht die Forderung strittig – selbst wenn das Inkassounternehmen den Widerspruch für unbegründet hält. Der Widerspruch muss nicht inhaltlich überzeugen, er muss nur vorliegen. Wird trotzdem ein Eintrag vorgenommen, handelt das meldende Unternehmen rechtswidrig. Der Betroffene kann die Löschung des Eintrags sowohl bei der Schufa als auch beim Inkassounternehmen verlangen. Welche Kriterien für eine Schufa-Meldung insgesamt gelten, ist gesetzlich geregelt.
Bei einem rechtswidrigen Eintrag stehen Betroffenen neben der Löschung auch weitere DSGVO-Rechte wie Auskunft und Berichtigung zu.
So wehren Sie sich
- Widersprechen Sie unberechtigten Forderungen immer schriftlich – am besten per Einschreiben mit Rückschein.
- Bewahren Sie eine Kopie des Widerspruchs als Nachweis auf, dass die Forderung strittig ist.
- Fordern Sie bei einem trotzdem erfolgten Eintrag die sofortige Löschung bei der Schufa und beim Inkassounternehmen.
- Wenden Sie sich an die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde, wenn die Löschung verweigert wird.
Fazit
Ein rechtzeitiger schriftlicher Widerspruch kostet wenige Minuten, kann aber negative Folgen für Ihre Bonität über Jahre verhindern.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine rechtliche Beratung. Bei konkreten Streitfällen wenden Sie sich bitte an eine Verbraucherzentrale oder einen Rechtsanwalt.
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