MietKlar Logo
Fragen

Zuletzt aktualisiert: 12. März 2026

Nebenkosten angefochten – darf der Vermieter trotzdem per SEPA abbuchen?

Kurzantwort

In der Regel nein: Ist die Nachzahlung aus der Nebenkostenabrechnung beanstandet, gilt der Betrag als strittig und nicht unbestritten. SEPA-Lastschriften lassen sich in der Regel bis zu acht Wochen ohne Begründung zurückgeben; ohne ausdrückliche Vereinbarung für Nebenkostennachzahlungen bleibt das Einzugsrisiko beim Vermieter.

Erklärung

Ein SEPA-Lastschriftmandat berechtigt den Vermieter grundsätzlich nur dazu, fällige und unbestrittene Beträge einzuziehen. Bei einer strittigen Nachzahlung ist ein Einzug rechtlich umstritten und kann vom Mieter in der Regel zurückgebucht werden. Eine SEPA-Lastschrift kann innerhalb von acht Wochen ab Belastungsdatum ohne Angabe von Gründen zurückgegeben werden.

Die monatliche Miete oder vereinbarte Vorauszahlungen fallen klar unter das Mandat – eine Nachzahlung aus einer beanstandeten Nebenkostenabrechnung aber nicht ohne Weiteres. Wenn der Mieter die Abrechnung formell schriftlich beanstandet hat, ist der Betrag nicht unbestritten.

Etwas anderes gilt, wenn im Mietvertrag ausdrücklich vereinbart wurde, dass auch Nebenkostennachzahlungen per Lastschrift eingezogen werden dürfen. Auch dann bleibt aber das Rückbuchungsrecht bestehen, solange der Anspruch nicht geklärt ist.

Typische Situation

Ein Mieter erhält eine Nachzahlungsforderung über 400 €, widerspricht ihr schriftlich und begründet das mit einem falschen Verteilerschlüssel. Wenige Tage später bucht der Vermieter den Betrag trotzdem ab. Der Mieter kann die Lastschrift umgehend bei seiner Bank zurückbuchen lassen – die Frist dafür beträgt acht Wochen.

Was Mieter tun können

  • Sobald Sie die Abrechnung beanstanden, informieren Sie die Bank direkt und schriftlich, dass eine mögliche Lastschrift zurückgebucht werden soll.
  • Gleichzeitig: Legen Sie die Beanstandung schriftlich ab und machen Sie klar, dass der Betrag strittig ist.
  • Fristen im Blick behalten: Rückbuchungen sind typischerweise innerhalb von acht Wochen möglich – danach wird es oft schwieriger und der Rechtsweg kann nötig werden.

Fazit

Wenn die Nachzahlung strittig ist, sichern Sie die schriftliche Beanstandung und informieren Sie die Bank. Fristen sind dabei entscheidend.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine rechtliche Beratung.