Redaktion MietKlar · Geprüft am 14. Mai 2026
Privatinsolvenz als letzter Ausweg?
Kurzantwort
Die Privatinsolvenz (Verbraucherinsolvenzverfahren) ist der gesetzlich geregelte letzte Ausweg bei Überschuldung. Nach einer dreijährigen Wohlverhaltensphase wird die Restschuld erlassen (Restschuldbefreiung nach § 287 Abs. 2 InsO). Voraussetzung ist ein gescheiterter außergerichtlicher Einigungsversuch mit allen Gläubigern (§ 305 InsO), durchgeführt von einer anerkannten Schuldnerberatung oder einem Rechtsanwalt.
Ablauf und Voraussetzungen der Privatinsolvenz
Das Verbraucherinsolvenzverfahren richtet sich an Privatpersonen, die ihre Schulden absehbar nicht mehr tilgen können. Der Ablauf ist gesetzlich geregelt: Zunächst muss ein außergerichtlicher Einigungsversuch nach § 305 InsO mit sämtlichen Gläubigern unternommen werden. Scheitert dieser, kann beim zuständigen Insolvenzgericht das Verfahren beantragt werden. Während der dreijährigen Wohlverhaltensphase muss der Schuldner den pfändbaren Teil seines Einkommens an einen Treuhänder abführen. Am Ende steht die Restschuldbefreiung – welche Voraussetzungen dafür gelten und welche Forderungen ausgenommen sind, erklärt Restschuldbefreiung – wann und wie?. Professionelle Unterstützung bei der Vorbereitung bietet eine Schuldnerberatung, deren Inanspruchnahme für den Einigungsversuch zwingend vorgeschrieben ist. Kostenlose Anlaufstellen finden Sie über Schuldnerberatung kostenlos finden – wo?.
Ihre nächsten Schritte
- Wenden Sie sich an eine anerkannte Schuldnerberatung – sie ist Voraussetzung für den außergerichtlichen Einigungsversuch.
- Stellen Sie alle Schulden, Gläubiger und Forderungen vollständig zusammen.
- Prüfen Sie mit der Beratungsstelle, ob eine außergerichtliche Einigung möglich ist, bevor Sie den Insolvenzantrag stellen.
- Richten Sie ein P-Konto ein, um während des Verfahrens das Existenzminimum zu sichern.
Fazit
Wer bei Überschuldung frühzeitig den Weg über die Schuldnerberatung einschlägt, kann nach drei Jahren mit einem wirtschaftlichen Neuanfang rechnen. Zögern verlängert dagegen die Phase steigender Kosten und eingeschränkter Bonität.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine rechtliche Beratung. Bei konkreten Streitfällen wenden Sie sich bitte an eine Verbraucherzentrale oder einen Rechtsanwalt.
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